Glossar

Acre : Die nordamerikanische Maßeinheit acre entspricht 0.405 Hektar. Für Leser in den Vereinigten Staaten von Amerika werden Berechnungsergebnisse des Footprint oft in global acres (ga) angegeben. Siehe auch globaler Hektar, Hektar, lokaler Hektar. In der Schweiz verwendet man die Flächeneinheit Hektar.

Äquivalenzfaktor : Mit seiner Hilfe kann man einen bestimmten Landtypus (beispielsweise Ackerland oder Wald) in globale Hektar umrechnen. Ein globaler Hektar entspricht einer Fläche mit weltweit durchschnittlicher biologischer Produktivität. Bei Flächen, die eine höhere Produktivität als der weltweite Durschschnitt biologisch produktiver Land- und Wasserflächen aufweisen (z.B. Ackerland), ist der Äquivalenzfaktor größer als 1. Um einen Hektar Ackerland in globale Hektar umzurechnen, wird er mit dem Äquivalenzfaktor für Ackerland (2.21) multipliziert. Weideland wiederum hat eine geringere biologische Produktivität als Ackerland. Der Äquivalenzfaktor für Weideland beträgt 0.48. Siehe auch Ertragsfaktor.

Biologisch produktive Land- und Wasserflächen : Land- und Wasserflächen werden als biologisch produktive Land- und Wasserflächen bezeichnet, wenn sie durch erhebliche Photosyntheseaktivitäten und Produktion von Biomasse für den Menschen nutzbar sind. Unproduktive und unbedeutende Flächen mit lückenhafter Vegetation sind nicht inbegriffen. Biomasse, die für den Menschen nicht nutzbar ist, ist ebenfalls ausgeschlossen. Die Gesamtfläche biologisch produktiver Land- und Wasserflächen summierte sich 2003 auf zirka 11,2 Milliarden Hektar.

Biologische Kapazität oder Biokapazität : Die Fähigkeit von Ökosystemen, biologisch nutzbringendes Material zu produzieren und von Menschen produzierten Abfall unter heutigen Bedingungen aufzunehmen. Nutzbringend biologisch ist ein Material dann, wenn es in wirtschaftliche Prozesse eingebunden wird. Was als nutzbringend angesehen wird, kann sich von Jahr zu Jahr ändern (z.B. würde die Verwendung von Maisstengeln und -blättern zur Herstellung von Ethanol die biologische Kapazität von Maisfeldern erhöhen, denn neben dem Maiskolben würden auch Maisstengel und -blätter zu "nutzbringendem Material"). Die Biokapazität einer Fläche wird berechnet, indem man die tatsächlich vorhandene Fläche mit dem Ertragsfaktor und dem adäquaten Äquivalenzfaktor multipliziert. Biokapazität wird normalerweise in globalen Hektar dargestellt.

CO2-Fläche : Die Menge an Biokapazität, die zur Verfügung steht, um CO2-Emissionen, die beim Verbrennen fossiler Energieträger abgegeben wird, über Photosynthesereaktionen aufzunehmen. Die Ozeane nehmen bereits einen erheblichen Teil des Klimagases auf. Die verbleibende Menge rechnet der Ecological Footprint in die Biokapazität um, die notwendig ist, um ohne menschliches Zutun, das exzessive CO2 der Fossilenergie zu absorbieren. Diese Biokapazität wird so berechnet: Wie viel Wald ist notwendig, um die Restmenge an CO2 zu absorbieren? Dafür gibt es nicht genug Naturfläche, was zeigt, daß die Natur allein mit diesem Abfallstrom nicht umgehen kann. Steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre sind eine Folge dessen, daß die Biokapazität des Planeten überfordert ist, die gesamten Emissionen zu absorbieren.

CO2-Footprint : Dieser Ausdruck ist ein Synonym für die CO2-Fläche, die in Studien zum Ecological Footprint verwendet wird. ANMERKUNG: Der Ausdruck Kohlenstoff Footprint (carbon Footprint) findet sich prominent in der Debatte zum Klimawandel. Nicht alle gehen in der Rechnungsmethode bis zur Footprintfläche. Einige dokumentieren nur die Menge an CO2 in Tonnen, oder CO2 in Tonnen pro Euro. Die Folgen der CO2-Emissionen für biologisch produktive Flächen liegen außerhalb der Betrachtung des Footprints.

Doppelte Verrechnung : Die Bilanzierungsmethode des Ecological Footprint vermeidet doppelte Verrechnungen aller Art. Beispielsweise darf in der Summe der Ecological Footprints einer Produktionskette (z.B. Getreideanbau, Getreidemühle, Bäckerei) das Ackerland für den Getreideanbau nur einmal erfasst werden. Kleinere Fehler entstehen bei der Analyse von Produktionsketten, wenn das Endprodukt wiederum zur Gewinnung von Rohmaterialen eingesetzt wird (z.B. Stahl wird für LKW und Bagger verwendet, die bei der Gewinnung von Eisen eingesetzt werden, das dann wiederum zu Stahl wird). Eine dritte Fehlerquelle ist die mehrfache Nutzung von Landflächen für unterschiedliche Zwecke (z.B. erntet ein Bauer Winterweizen und säht dann Mais für die Ernte im Herbst aus). Statt die Landfläche nun doppelt zu berechnen, wird der Ertragsfaktor der höheren biologischen Leistungsfähigkeit dieses zweifach geernteten Feldes entsprechend angepasst.

Ecological Footprint : Eine Messgrösse die aufzeigt, wie viel biologisch produktive Land- und Wasserflächen ein Individuum, eine Bevölkerung oder eine Aktivität benötigt, um alle konsumierten Ressourcen zu produzieren und die anfallenden Abfälle zu absorbieren. Die Methode orientiert sich an vorhandenen Technologien und Rohstoffmanagementverfahren. Der Ecological Footprint wird normalerweise in globalen Hektar ausgedrückt. Der Footprint eines Landes kann als Folge des globalen Handels aus Landflächen an verschiedenen Orten des Planeten zusammengesetzt sein. Der Ecological Footprint wird häufig auch in Kurzform als Footprint verwendet.

Ecological Footprint Standards : Beinhalten Kriterien, die die Methodologie, Datenquellen und Auswertung von Footprint-Untersuchungen betreffen. Die Standards werden vom Global Footprint Network Standards Committee entwickelt. Das Gremium setzt sich aus Wissenschaftlern und Praktikern aus der ganzen Welt zusammen. Die Standards ermöglichen transparente, verlässliche und vergleichbare Ergebnisse für Footprint-Untersuchungen. In den Fällen, in denen die Standards nicht weiterhelfen, sollten Footprint-Richtlinien befolgt werden. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Seite www.footprintstandards.org.

Energie-Footprint : Die Summe aller Flächen zur Energiegewinnung, die nicht zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion eingesetzt werden. Sie setzt sich zusammen aus CO2-Flächen, Flächen zur Gewinnung von Energie aus Wasserkraft, Waldflächen für Brennholz, Anbauflächen für Energiepflanzen etc.

Entnahmerate : Ist eine Prozessgröße. Sie setzt die Menge eines eingesetzten Vorprodukts mit der Menge des Verarbeitungsergebnisses (Tochterprodukt) in Beziehung. Wenn ein Vorprodukt weiterverarbeitet wird, ändert sich auch seine Masse. Beispielsweise werden bei der Verarbeitung von Weizen zu Mehl Weizenkleie und Weizenkeime abgetrennt. Die Masse wird geringer. Deshalb muss für die Footprintberechnung einer bestimmten Menge Mehl eine Entnahmerate berücksichtigt werden. Dabei wird das Mehl (in Tonnen) mit der erforderlichen Menge an Weizen (in Tonnen) in Beziehung gesetzt.

Ertrag : Die Menge eines Primärprodukts, die Menschen pro Jahr aus einer bestimmten biologisch produktiven Land- und Wasserfläche gewinnen können. Sie wird meist in Tonnen angegeben.

Ertragsfaktor : Mit Hilfe des Ertragsfaktors lassen sich Unterschiede in der Produktivität innerhalb einer bestimmten Landnutzungskategorie verschiedener Länder berücksichtigen. Jedes Land und jedes Jahr weist einen spezifischen Ertragsfaktor für Acker- und Weideland, Wald und Fischgründe auf. Beispielsweise hatte Ackerland in Deutschland 2002 eine Produktivität, die 2,5 Mal höher lag als der Durchschnittsertrag des weltweit vorhandenen Ackerlandes. Der Ertragsfaktor für deutsches Ackerland von 2,5 multipliziert mit dem Äquivalenzfaktor für Ackerland von 2,2 überträgt die deutsche Ackerfläche in globale Hektar. Somit entspricht ein Hektar deutsches Ackerland 5,5 gha Ackerland.

Flächenkategorie : Siehe Landschaftskategorie.

Footprint des Konsums : Dies ist die am weitesten verbreitete Form des Ecological Footprint. Er beschreibt die Fläche, die notwendig ist, um einen bestimmten Konsum einer Bevölkerung sicherzustellen. Der Footprint des Konsums (in globalen Hektar) steht für die Fläche, die benötigt wird, um konsumierte Güter herzustellen und dabei entstandene Abfälle aufzunehmen. Der Footprint eines Landes wird mit Hilfe des Footprint primärer Produktion aus den National Footprint Accounts abzüglich des Footprint der Exporte und zuzüglich des Footprint aller Importe berechnet. Das Ergebnis ist der Footprint des landesweiten Konsums. Um den durchschnittlichen Footprint oder den Footprint pro Kopf zu berechnen, wird der landesweite Footprint durch die Bevölkerungszahl des entsprechenden Landes dividiert.

Footprint primärer Produktion : Im Unterschied zum Footprint des Konsums besteht der Footprint der primären Produktion eines Landes aus der Summe aller genutzten Rohstoffe und der entstandenen Abfälle in einer geografisch eingegrenzten Region. Dies umfasst die Ernteflächen von Primärprodukten (Acker- und Weideland, Wald und Fischgründe), das bebaute Gebiet eines Landes (Straßen, Fabriken, Städte) und die Fläche, die notwendig ist, um die CO2-Emissionen des Landes, die aus der Verbrennung fossiler Energiequellen stammen, aufzunehmen. Beispielsweise beschreibt der Footprint des Waldes die für das Nachwachsen der geschlagenen Bäume notwendige Fläche (je nach Erntequote kann diese Fläche größer oder kleiner als die reale Waldfläche des jeweiligen Landes sein). Wenn ein Land Baumwolle für den Export anbaut, werden die zur Produktion notwendigen ökologischen Ressourcen nicht in den Footprint des Kosums des Landes eingerechnet. Vielmehr werden sie dem Footprint des Landes zugeschlagen, das die aus der Baumwolle produzierten T-Shirts letztendlich importiert und konsumiert.

Footprintintensität : Die Anzahl globaler Hektar, die benötigt wird, um eine bestimmte Menge einer Ressource herzustellen oder ein Quantum Abfälle aufzunehmen. Dieser Zusammenhang wird mit Hilfe der Maßeinheit globale Hektar pro Tonne hergestellt. Die Daten der National Footprint Accounts ermöglichen die Berechnung der Intensität des Footprint für einzelne Länder. Diese Aufstellung enthält die Landfläche in globalen Hektar, die für die Bereitstellung von Ressourcen und zur Abfallaufnahme pro Tonne eines Produkts benötigt werden (beispielsweise die Anzahl globale Hektar an Ackerland pro Tonne produziertem Weizen, globale Hektar Wald , die für den Abbau einer Tonne CO2 benötigt werden).

Footprintintensitätstabelle : Eine Erfassung der Intensitäten der Footprints aus Primär- und Sekundärprodukten aus den National Footprint Accounts. Die Intensität des Footprint wird normalerweise in globalen Hektar (gha) pro Tonne des Produkts oder Abfalls (z.B. CO2) gemessen. Das Schema für die Intensität des Footprint wird von Global Footprint Network erstellt und dabei durch das National Accounts Committee des Netzwerks unterstützt.

Globaler Hektar (gha) : Die Messgröße globaler Hektar beschreibt die durchschnittliche Produktivität von biologisch produktive Land- und Wasserflächen pro Hektar in einem Jahr. Diese Messgröße quantifiziert die biologische Kapazität des Planeten sowie den Bedarf an biologischer Kapazität durch die Menschen (der Ecological Footprint). Landschaftstypen sind unterschiedlich produktiv. Deshalb beansprucht ein globaler Hektar Ackerland real weniger Fläche als Weideland. Ackerland verfügt nämlich über eine höhere biologische Produktivität. Da sich die weltweite biologische Kapazität von Jahr zu Jahr leicht ändert, verschieben sich entsprechend auch die Werte für einen globalen Hektar.

Graue Energie : Die Energiemenge, die über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts angefallen ist: für den Transport, die Nutzung und die Entsorgung. Oftmals nutzen Footprint-Untersuchungen diese Energiemenge, um den Handel mit Gütern nachzuverfolgen.

Hektar : Ein Hundertstel eines Quadratkilometers, 10’000 Quadratmeter oder 2,471 Morgen (amerikanisches Flächenmass). Ein Hektar hat ungefähr die Größe eines Fußballfeldes. Siehe auch globaler Hektar und lokaler Hektar.

Input-Output-Analyse (IO) : Eine IO basiert auf Input-Output-Tabellen. Die Methode wird vorwiegend für volkswirtschaftliche Berechnungen verwendet, um Güter und Dienstleistungsströme zwischen einzelnen Branchen analysieren zu können. Einer IO liegt die Annahme zu Grunde, daß alle produzierten Dinge einer Branche entweder von anderen Branchen oder von Endverbrauchern konsumiert werden, nicht zuletzt, daß sich diese Konsumströme auch erfassen lassen. Mit Hilfe des entsprechenden Datenmaterials kann man nicht nur Güter- Dienstleistungen, sondern auch Finanzströme beschreiben. Modelle, die Ökonomie und Ökologie kombinieren, nutzen Input-Output-Analysen, um direkte und indirekte Umwelteinflüsse industrieller Aktivitäten entlang der Produktionskette nachzuzeichnen. Diese Einflüsse können auch in verschiedenen Konsumbereichen erfahrbar gemacht werden. In Footprint-Untersuchungen können Input-Output-Analysen genutzt werden, um den Footprint gemäß der Produktionsaktivitäten oder Konsumbereiche aufschlüsseln zu können. Ein weiteres Anwendungsfeld von Input-Output-Analysen ist die Entwicklung von Konsum- und Flächennutzungsmatrizen.

Input-Output-Tabellen (IO-Tabellen) : IO-Tabellen enthalten Daten für Input-Output-Analysen. Sie liefern umfassende Informationen über die Güter und Dienstleistungsströme einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Jahr. Die allgemeine Form einer IO-Tabelle zeigt Nutzung und Verbrauchsstoffe. Die Nutzung beinhaltet alle Käufe inklusive der Importe, die nach Branchen aufgeteilt, getätigt wurden, um die entsprechende Arbeitsleistung zu erbringen. Verbrauchsstoffe sind Güter und Dienstleistungen, die entweder im Produktionsprozess verwendet, im eigenen Land konsumiert, oder exportiert werden. IO-Tabellen sind oft die Grundlage für die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen durch Statistikbehörden. Sie werden auch für die jährliche Berechnung des Bruttoinlandsprodukts eingesetzt.

Kernenergie-Footprint : Kernenergie ist seit der 2008 Ausgabe der nationalen Footprint Rechnung nicht mehr im Footprint einbezogen (2008 edition of National Footprint Accounts). Umrechnung von Nuklearenergie in Fläche ist methodologisch fragwürdig. Kernenergie hat andere Umweltrisiken, die der Footprint nicht abdeckt: militärische Nutzung, Betriebsrisiko, und Langlebigkeit des Abfalls. Vor 2008 wurde der Footprint der aus nuklearen Energiequellen gewonnenen Elektrizität so berechnet: jeder kWh nuklearer Elektrizität wurde derselbe Footprint zugerechnet wie einer kWh Elekrizität aus fossilen Energieträgern. Im Jahr 2003 belief sich der Kernenergie-Footprint auf cirka acht Prozent des gesamten CO2-Footprint.

Konsum, Konsumption : Nutzung von Gütern oder Dienstleistungen. Der Begriff Konsumption hat je nach Kontext zwei unterschiedliche Bedeutungen. In Bezug auf den Ecological Footprint bezieht sich der Ausdruck auf die Nutzung von Gütern oder Dienstleistungen. Ein verbrauchtes Gut oder eine verbrauchte Dienstleistung beinhaltet alle Rohstoffe und Energie, die notwendig waren, um sie dem Verbraucher zur Verfügung zu stellen.

Für eine Lebenszyklusberechnung wird die komplette Produktionskette betrachtet – inklusive der auf dem Weg entstandenen Verluste. Beispielsweise beinhaltet der Ecological Footprint verzehrter Nahrungsmittel neben pflanzlichen oder tierischen Stoffen und den damit verbundenen Abfällen auch Verluste, die während der Verarbeitung, der Ernte entstanden sind. Eingerechnet wird auch die Energie, die für den Anbau, die Ernte, für Verarbeitung und Transport der Nahrungsmittel aufgewendet wird.

Bei Input-Output-Analsyen hat Konsumption eine rein technische Bedeutung. Dabei werden zwei Arten von Konsumption unterschieden: mittelfristig und endgültig. Nach der (ökonomischen) Definition der Statistikabteilung der Vereinten Nationen bezieht sich die mittelfristige Konsumption auf die Nutzung von Gütern und Dienstleistungen durch Unternehmen, um sie anderen Teilen der Wirtschaft anbieten zu können. Endgültige Konsumption beschreibt die unproduktive Nutzung von Gütern und Dienstleistungen von Haushalten, Regierung, Finanzsektor und auswärtige Instanzen.

Konsumkategorien (auch Konsumbestandteile) : Mit Hilfe des Ecological Footprint kann man den Gesamtwert des Footprint auf einzelne Konsumkategorien umlegen: für gewöhnlich Nahrungsmittel, Wohnraum, Mobilität, Güter und Dienstleistungen. Weitere Differenzierung in Unterkategorien ist möglich. Konsumkategorien in verschiedenen Regionen und ihr prozentualer Beitrag am gesamten Footprint der Region sind vergleichbar. Um eine doppelte Berechnung zu vermeiden, werden alle Verbrauchsgüter nur einer Konsumkategorie oder Unterkategorie zugeordnet. Beispielsweise könnte ein Kühlschrank in den Kategorien Nahrungsmittel-, Güter- oder Wohnraumkategorie erfasst werden, tatsächlich wird er aber nur einer einzigen zugeschlagen.

Konsum- und Flächennutzungsmatrix : Die Matrix speist sich aus Daten der National Footprint Accounts. Dabei werden alle sechs für die Footprint-Berechnungen wesentlichen Landschaftsformen (die Spaltenüberschriften stehen für die Landschaftsformen und CO2-Fläche) und fünf Konsumkategorien (Zeilen) erfasst. Jede Konsumkategorie kann weiter unterteilt und somit detaillierter erfasst werden. Die Matrizen dienen auch dazu, um Berechnungen auf regionaler und lokaler Ebene durchzuführen. In diesen Fällen werden die nationalen Daten mit den Verbrauchsmustern einer Region oder einer Stadt angepasst.

Konsum- und Flächennutzungsmatrix

 

Bebaute Fläche

CO2-Fläche*

Acker- land

Weide- land

Wald

Fisch- gründe

Gesamt

Nahrungsmittel

 

 

 

 

 

 

 

Wohnraum

 

 

 

 

 

 

 

Mobilität

 

 

 

 

 

 

 

Güter

 

 

 

 

 

 

 

Dienstleistungen

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt

 

 

 

 

 

 

 

Landschaftskategorien : Die Erde verfügt etwa über 11,2 Mrd. Hektar biologisch produktive Land- und Wasserflächen. Sie werden in fünf Kategorien unterteilt: Ackerland, Weideland, Wald, Fischgründe und bebautes Land.

Liste der Umrechnungsfaktoren : Siehe Footprintintensitätstabelle.

Lokaler Hektar : Eine nach ihrer Produktivität gewichtete Fläche. Ein lokaler Hektar erfasst die biologische Kapazität einer Region und die Nachfrage nach biologischer Kapazität (der Ecological Footprint). Der lokale Hektar wird mit Hilfe der gewichteten Produktivität der regionsspezifischen biologisch produktiven Land- und Wasserflächen beschrieben. So kann man – ähnlich wie bei Wechselkursen zwischen verschiedenen Währungen – den Ecological Footprint von globalen Hektar in lokale Hektar umrechnen (z.B. Hektar Land in Dänemark, Hektar Land in Indonesien). Die Summe der Hektar Land in Dänemark entspricht der biologisch produktiven Fläche Dänemarks – jeder dänische Hektar steht für einen gleichen Anteil an Dänemarks kompletter biologischer Kapazität.

National Footprint Accounts : Das Daten-Set enthält die ökologische Buchhaltung für Nationen. Es umfasst die Footprints und die biologischen Kapazitäten der Welt und über 150 Staaten von 1961 bis heute (aufgrund der Verfügbarkeit der Daten ist eine Zeitdifferenz von drei Jahren normal). Auf nationaler Ebene liegen vollständige und global kohärente Daten vor als auf Stadt oder Haushaltebene. Deshalb sind die National Footprint Accounts die „Mutter des Geschäfts“. Sie werden von Global Footprint Network und seinen mehr als 90 Partnern beständig weiterentwickelt und verbessert.

Naturkapital : Wird definiert als alle Rohstoffe und ihre natürlichen Kreisläufe auf der Erde. Footprint-Analysen fokussieren auf die Schlüsselkomponente des lebenserhaltenden natürlichen Kapitals, kurz: das ökologisches Kapital. Definiert wird es als der lebende ökologische Bestand, der kontinuierlich Güter und Dienstleistungen anbieten kann. Dazu zählen die Produktion von Ressourcen (beispielsweise Fisch, Langholz oder Getreide), Abfallaufnahme (die Absorption von CO2) und Lebenserhaltung (Abschirmung gegen UV-Strahlung, biologische Vielfalt, Filtrierung von Wasser oder Klimastabilisierung).

Neutraler oder negativer Footprint : Menschliche Aktivitäten oder Dienstleistungen, die den Ecological Footprint nicht vergrößern, werden als neutral bezeichnet. Sollten sie den Ecological Footprint sogar reduzieren, spricht man von einem negativen Footprint. Wenn ein Haus beispielsweise energetisch saniert wird, vergrößern die Umbaumaßnahmen den Footprint des Anwesens durch die Produktion der Isolierung und deren Installation. Auf der anderen Seite reduziert die Isolierung Heiz- und Kühlenergie. Es kommt also immer auf die gesamte Kette an, von der „Wiege bis zu Bahre“. Der Bau eines neuen, energieeffizienten Hauses führt möglicherweise zu einem neutralen Footprint für die Nutzungsphase. Dem gegenüber stehen die Aufwendungen für den Bau. Entscheidend ist die Summe über den gesamten Lebenszyklus, also Bau, Nutzung und Entsorgung.

Ökobilanz (engl. "life cycle analysis" oder "LCA") : Eine Ökobilanz ist die quantitative Erfassung der Wirkung eines Produktes auf die Umwelt. Eine LCA misst, welche Menge an Energie, Materialien zur Produktion und Distribution und Abfällen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, inklusive seiner Nutzung und Entsorgung, verbraucht werden. LCA-Anwendungen werden durch ISO 14040 Standards (http://www.iso.org) geregelt.

Ökologische Reserve : Siehe Ökologisches Defizit/Reserve.

Ökologische Schulden : Seit Mitte der 1980er Jahre befindet sich die Menschheit im Zustand des sogenannten Overshoot. Seitdem übersteigt die menschliche Nachfrage die biologische Leistungsfähigkeit des Planeten. Die Menschheit baut damit weiter ökologische Schulden auf. Das Defizit wächst.

Ökologisches Defizit/Reserve : Der Unterschied zwischen biologischer Kapazität und dem Ecological Footprint einer Region oder eines Landes. Ein ökologisches Defizit entsteht, wenn der Footprint einer Bevölkerung ihre verfügbaren biologisch leistungsfähigen Landflächen übersteigt. Umgekehrt existiert eine ökologische Reserve, wenn die biologisch produktiven Landflächen größer sind als der Footprint der Bevölkerung dieser Region. Zur Deckung des ökologisches Defizit müssen entweder zusätzliche biologische Erträge von außen, also durch Handel, zugeführt werden oder die eigenen ökologischen Bestände werden vermindert. Das globale ökologische Defizit wiederum kann nicht durch Handel ausgeglichen werden. Aus diesem Grund führt es zwangsläufig zu Overshoot.

Overshoot (Raubbau): Findet statt, wenn die Nachfrage der Menschheit nach natürlichen Ressourcen die tatsächlichen Bestände übersteigt. Die regenerativen Möglichkeiten des Planeten werden überstrapaziert. Das Ergebnis ist ein globales ökologisches Defizit bei anhaltendem Raubbau. Dieser wiederum erschöpft das natürliche Kapital, letztlich sind alle natürlichen Prozesse der Biosphäre des Planeten dadurch gefährdet.

Primärprodukt : Biologisches Material, das minimal verarbeitet ist. Rohstoffe dagegen umfassen die gesamte Biomasse , die auf einer bestimmten Fläche vorhanden ist. Entscheidend für die Definition ist die Nutzung durch den Menschen. Ein umgefallener Baum beispielsweise stellt einen Rohstoff dar. Wenn nun alle Blätter, Äste und Rinde entfernt werden, entsteht das Primärprodukt Stammholz. Primärprodukte werden zu Holzstoff, Papier, etc. weiterverarbeitet. Primärprodukte sind zudem Kartoffeln, Getreide, Baumwolle oder Grünfutter. Beispiele für Verarbeitungsergebnisse sind kWh Elektrizität, Brot, Kleidung, Rindfleisch oder Gerätschaften.

Produktivität : Die Menge des für den Menschen nutzbaren biologischen Materials, das auf einer bestimmten Fläche zur Verfügung steht. Im Agrarbereich wird Produkivität auch als Ertrag bezeichnet.

Puffer für die biologische Vielfalt : Die Menge geschützter biologischer Biokapazität, beispielsweise in Naturschutzgebieten, die unterschiedliche Ökosysteme und lebensfähige Bestände von Tierarten erhält. Wie groß der geschützte Bestand sein soll, ist abhängig vom gewünschten Ergebnis und der vorgesehenen Artenvielfalt.

Resultat in Planeten : Würden alle Menschen so leben wie Europäer, bräuchte es etwa drei Planeten, mit amerikanischen Konsumstandards sogar fünf. Der Gegenwert in Planeten setzt den individuellen Footprint (oder des Footprint pro Einwohner) ins Verhältnis zur verfügbaren biologischen Kapazität der Erde pro Kopf (1,8 gha in 2003). Der weltweite Durchschnitt des Ecological Footprint belief sich 2003 auf 2,2 gha. Das heißt, die Menschheit nutzt 1,3 Planeten.

Richtlinien (für Footprint-Untersuchungen) : Enthalten Vorschläge bezüglich Methodologie, Datenquellen und Auswertung der Untersuchung, falls Footprint-Standards für diese Untersuchung nicht adäquat oder noch nicht entwickelt sind.

Sekundärprodukt : Alle Produkte, die aus mindestens einem Weiterverarbeitungsschritt eines Primärproduktes oder eines anderen Sekundärprodukts hervorgegangen sind.

Tochterprodukt : Das Produkt, das durch Verarbeitung eines Vorprodukts entsteht. Beispielsweise sind Holzfasern ein Verarbeitungsergebnis des Vorprodukts Rundholz. Papier wiederum ist das Verarbeitungsergebnis des Vorprodukts Holzfaser.

Tonne : Mengen werden in den National Footprint Accounts typischerweise in Tonnen ausgedrückt. Eine Tonne entspricht 1000 kg oder 2205 lbs.

Umrechungsfaktor : Ein allgemeiner Begriff für Faktorwerte, um Daten über Materialflüsse von einem Messsystem in ein anderes übertragen zu können. Beispielsweise ermöglicht die Kombination von Ertragsfaktoren und Äquivalenzfaktoren die Umrechnung von Hektar in globale Hektar. Der Umrechnungsfaktor der Entnahmerate ermöglicht es, die Daten eines fertigen Produkts in seine unverarbeiteten Bestandteile (Vorprodukte) zu übersetzen.

Verfügbare biologische Leistungsfähigkeit pro Kopf (or per capita) : Im Jahr 2003 standen global 11,2 Milliarden Hektar an biologisch produktiven Land- und Wasserflächen zur Verfügung. Bei einer Weltbevölkerung von 6,3 Milliarden Menschen im Jahr 2003 sind das durchschnittlich 1,8 globale Hektar pro Person. Diese Berechnung basiert auf der Annahme, daß die gesamten Erträge der biologisch produktiven Landflächen für Menschen und ihre Nutztiere zur Verfügung stehen.

Vorprodukt : Ein Vorprodukt ist der Input für ein Tochterprodukt. Weizen beispielsweise ist ein Primärprodukt und als solches ein Vorprodukt für Mehl, das wiederum ein Tochterprodukt ist. Mehl ist ein Vorprodukt vom Tochterprodukt Brot.

Bitte beachten Sie, daß die Begriffe Primärprodukt sowie Footprint primärer Produktion spezifische Footprint-Bezeichnungen sind. Sie sind nicht zu verwechseln mit den ökologischen Konzepten der Rohstoffgewinnung (primary production), Gross Primary Productivity (GPP) und Net Primary Productivity (NPP).