Earth Overshoot Day

Die Menschen verbrauchen innerhalb von acht Monaten die Kapazität der globalen Ressourcen eines ganzen Jahres.

Am 20. August war Earth Overshoot Day, der Tag, an dem die Menschheit die natürlichen Ressourcen eines ganzen Jahres erschöpft hat. Momentan brauchen wir die natürlichen Vorräte auf. Für den Rest des Jahres erhalten wir unser Bedarf an natürlichen Ressourcen aufrecht, indem wir die Vorräte an lokalen Ressourcen reduzieren und mehr Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre befördern.

Ähnlich wie die Banken Buchhaltung über Einkommen und Ausgaben führen, führt Global Footprint Network Buchhaltung über Angebot und Nachfrage an natürlichen Ressourcen und ökologische Leistungen durch die Menschheit. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Global Footprint Network stellt fest, dass wir in ungefähr acht Monaten den Vorrat an erneuerbaren Ressourcen für ein ganzes Jahr verbrauchen und wir mehr CO2 ausstossen, als die Erde innerhalb dieser Zeit wieder umwandeln kann.

1993 fiel der Earth Overshoot Day auf den 21. Oktober. Earth Overshoot Day markiert das ungefähre Datum, an dem unsere Nachfrage an natürlichen Ressourcen das Angebot eines ganzen Jahres übersteigt und damit auch die Kapazitäten unseres Planeten, alle konsumierten Ressourcen abzubauen und zu erneuern. Im Jahr 2003 fiel der Earth Overshoot Day auf den 22. September. Nach den aktuellen Trends wird klar: Earth Overshoot Day findet jedes Jahr etwas früher statt.

Das Konzept des Earth Overshoot Day wurde ursprünglich vom Britischen Think Tank new economics foundation gegründet. New economics foundation ist eine Partnerorganisation des Global Footprint Network. Es markiert den Tag, an dem wir beginnen, über unsere jährlichen natürlichen Ressourcen hinauszugehen. Obwohl der Earth Overshoot Day nur eine grobe Schätzung des Ressourcenverbrauches innerhalb einer bestimmten Zeit ist, ist er das einzige wissenschaftliche Messgerät, das uns die Lücke zwischen unserem Bedarf an ökologischen Ressourcen und der Kapazität unserer Erde zeigt.

Der menschliche Verbrauch an globalen Ressourcen

Die Folgen ökologischer Überbeanspruchung

Schon immer verwenden Menschen natürliche Ressourcen um sich zu ernähren und Städte und Strassen zu bauen. Doch seit mehr als dreissig Jahren wird mehr CO2 ausgestossen, als von der Erde abgebaut werden kann. Wir übersteigen somit die Kapazität der Erde. Seit Mitte der 70er Jahre haben wir eine kritische Grenze erreicht und überschritten: Der menschliche Verbrauch an natürlichen Ressourcen übersteigt laufend die Reproduktionskapazität der Erde.


Gemäss den Berechnungen des Global Footprint Networks entspricht unsere Nachfrage an erneuerbaren ökologischen Ressourcen etwas mehr als anderthalb Erden. Die Statistiken zeigen, dass wir bis Mitte des Jahrhunderts die Ressourcen von zwei Planeten beanspruchen.

Die Tatsache, dass wir mehr und schneller natürliches Kapital verbrauchen als die Erde reproduzieren kann, kann mit Kosten verglichen werden, die unser Einkommen permanent übersteigen. In globalen Dimensionen gesprochen, werden die Kosten, die Schulden unseres ökologischen Raubbaus immer deutlicher sichtbar. Klimawandel- ein Ergebnis von Treibhausgaseffekten die schneller abgesondert werden als sie von den Wäldern und Ozeanen aufgenommen und umgewandelt werden können- ist das offensichtlichste und erdrückendste Ergebnis. Aber es gibt auch andere – schrumpfende Wälder, der Rückgang an Artenvielfalt, Überfischung, steigende Rohstoffpreise und soziale Unruhen, um nur einige zu nennen. Die ökologische und ökonomische Krise welche uns erwarten sind Symptome einer sich anbahnenden Katastrophe. Die Menschheit verbraucht mehr als unser Planet zur Verfügung stellen kann.



Methoden und Aussichten

Im Jahr 2011 kam der Earth Overshoot Day einige Wochen später wie im Jahr 2010. Bedeutet das, dass wir den globalen Raubbau reduziert haben? Die Antwort lautet leider nein.

Der Earth Overshoot Day, also der Tag, an dem wir mit dem Raubbau beginnen, ist ein ungefähres, kein exaktes Datum. Es ist unmöglich, mit hundertprozentiger Garantie den Tag vorauszusagen, an dem wir unser ökologisches Budget aufgebraucht haben. Die Anpassungen des Datums, an welchem wir zum Raubbau übergehen folgen aus revidierten Berechnungen, nicht aus ökologischem Fortschritt seitens der Menschheit. Global Footprint Network behauptet, dass sich der Global Overshoot Day seit 2001 jährlich um drei Tage nach vorne verschiebt.

Da sich die Methoden des Global Footprint Networks ändern, verschieben sich auch die Voraussagen. Doch jedes wissenschaftliche Model, das sich mit der menschlichen Nachfrage und dem natürlichen Vorrat beschäftigt, zeigt uns einen ähnlichen Trend: Wir sind weit über dem Budget, welches uns zur Verfügung steht und die Schulden akkumulieren sich. Es ist eine ökologische Überschuldung, deren Preis immer höher steigt: Nahrungsmittelknappheit, Bodenerosion, sowie der steigende CO2 – Ausstoss in unsere Atmosphäre geht einher mit verheerenden menschlichen und monetären Kosten.

Für weitere Fragen wenden Sie sich an unseren Communications Manager Scott Mattoon oder Haley Smith Kingsland.

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