Projektarbeit - Beispiele


Footprint-Anwendungen für Nationalstaaten:
Stand der 10-in-10 Initiative

Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Ein Bürger der VAE hat einen ökologischen Footprint von durchschnittlich 9.5 gha, der grösste auf unserem Planeten. Aufgrund dieses Befundes (publiziert im ersten Living Planet Report 2006) starteten die VAE die Al Basama Al Beeiya (Ecological Footprint) Initiative um den Footprint des Landes besser verstehen zu lernen und zu reduzieren.

Die Initiative begann indem sich die Spezialisten von Global Footprint Network zusammen mit den VAE Beamten an einen Tisch setzten, um die Daten kritisch zu hinterfragen und die Methodologie zu verbessern mit welcher der Footprint der Nation berechnet wird. Inzwischen ist die Initiative zu einem bedeutenden politischen Faktor geworden und deren Einflussbereich ist massgeblich gewachsen. Zum Beispiel hat die Stadt Abu Dhabi 15 Milliarden USD in die Entwicklung von Solarenergie und anderen erneuerbaren Energieträgern gesteckt. Dank den Investitionen in den letzten Jahren, gehen 2010 mehrere Wind und Abfall-zu-Energie Projekte in den VAE ans Netz. Die Regierung hat zwingende grüne Bauvorschriften erlassen, die im Frühjahr 2009 in Kraft traten. 2008 begannen die UAE mit dem Bau von Masdar City, die erste autofreie, CO2-und Abfallfreie Stadt die 1’500 Cleantech Unternehmen und 40'000 Bewohner beherbergen wird.

Die VAE nutzen die Daten von Global Footprint Network weiterhin als Basis für den politischen Entscheidungsprozess. Global Footprint Network traf sich kürzlich mit Vertretern der Emirates Wildlife Society (EWS-WWF) und des Masdar Institute of Science and Technology (das in Partnerschaft mit dem Massachusetts Institute of Technology und der Regierung von Abu Dhabi gegründet wurde), um Abu Dhabi’s Energie Sektor CO2-ärmer zu gestalten. Die Gruppe schuf einen Szenarienrechner, der das Footprint Reduktionspotential von verschiedensten Gesetzen oder Massnahmen einschätzt und so die ökologisch profitabelsten identifiziert. Der erste Bericht über den Elektrizitätssektor wird diesen Monat publiziert. Die Bestrebungen der VAE den eigenen Footprint zu reduzieren sind international nicht unbemerkt geblieben, die neu geschaffene International Renewable Energy Agency (IRENA) schlägt ihren Hauptsitz in den VAE auf.

Als Tourismusdestination entwickeln die VAE den grünen Tourismus beständig weiter mit dem Ziel zu einer der grünsten Destinationen weltweit zu gehören. Abu Dhabis Tourismus Behörde verkündete am 3. Januar, dass sie in 2010 den Energieverbrauch um 10% und den Wasserverbrauch und die Abfallmenge um 20% reduzieren wird. Die Stadt Dubai verkündete ebenfalls die CO2 Emissionen um 20% zu reduzieren. Die Städte haben gemerkt, dass sich ein verringerter Footprint der Tourismusdestination mit Erfolg vermarkten lässt.

Mit der Unterstützung der VAE von politisch hoher Stelle und der starken Partnerschaft von Global Footprint Network, wird Al Basama Al Beeiya weiterhin die Innovationen und Massnahmen in Politik und Gesellschaft vorantreiben und den Ressourcenverbrauch der VAE reduzieren. Laut Majid Al Mansouri, dem General Sekretär des Umweltministeriums in Abu Dhabi, strebt Al Basama Al Beeiya danach den ökologischen Footprint und eine nachhaltig bewirtschaftete Umwelt zum Grundsatz aller zukünftigen ökonomischen und politischen Entscheidungen zu machen.

Lesen Sie in unserem Newsletter den Artikel über eine erfolgreiche Zukunft auf kleinem Fuss für die UAE (auf Englisch).

Sehen Sie sich ein animiertes Video der Emirates Wildlife Society WWF über den ökologischen Footprint (auf Englisch) an.

Ecuador

In den vergangenen fünf Jahrzehnten ist der gewaltige Überschuss an Ecuadors Biokapazität massiv zusammengeschrumpft. 1961 übertraf die Biokapazität Ecuadors dessen Footprint um das vierfache; nun wird fast die gesamte inländische Biokapazität durch den Footprint konsumiert und wenn dieser Trend anhält, gerät Ecuador bald in ein Ökodefizit.

Um diesen Trend umzukehren hat sich Ecuador in seinem Nationalplan verpflichtet, dass ab 2013 und folgend der Footprint tiefer als die Biokapazität bleiben wird.

Das Land hat ebenfalls den Auftrag vom Präsidenten physisch belegbare Indikatoren zu entwickeln, welche es besser vermögen die Leistungsfähigkeit der Biosphäre abzubilden und so informierter zu sein und bessere Entscheide zu treffen. Von offizieller Seite erhofft man sich nicht zuletzt dadurch, dass andere Nationen dem Beispiel Ecuadors Folge leisten werden.

Erfahren Sie mehr über Ecuadors Global Footprint Network Initiative (auf Englisch).

Sehen Sie sich eine Präsentation über die Initiative von Dania Quirola Suárez, Beirat des nationalen Sekretariats für Planung und Entwicklung, Ecuador an. Die Präsentation fand am Footprint Forum 2010 in Colle di Val d’Elsa, Italien statt.

Europa

Der zur Zeit der grösste Wirtschaftsraum der Welt, die Europäische Union, hat nun ein 2-jähriges 1.5 Millionen Euro Programm mit dem Namen One Planet Economy Network, geschaffen. Das Programm zielt darauf ab eine Ökonomie zu schaffen, welche innerhalb der Kapazitäten der Natur funktioniert. Der Kern dieses Programms ist die Herstellung eines Footprint Tools das es europäischen Entscheidungsträgern ermöglicht Szenarien durchzuspielen, und so wohlüberlegte Entscheide zu treffen, die ökologische Grenzen respektieren.

Das Tool, EUREAPA, entsteht in Zusammenarbeit mit Global Footprint Network, dem Stockholm Environmental Institute (SEI), dem WWF-Grossbritannien, der Tewnte Universität, dem Sustainable Europe Research Institute (SERI) und Ecologic. EUREAPA wir für eine ganze Reihe von Footprint Indikatoren Daten zur Verfügung stellen, zum Beispiel dem Carbon Footprint, Water Footprint und dem ökologischen Footprint. Dies erlaubt die Indikatoren zu vergleichen und die gegenseitigen Wechselwirkungen und Zusammenhänge zu erforschen. Das Tool wird es Politikern ermöglichen die Auswirkungen ihrer Entscheide virtuell durchzuspielen und Szenarien für einzelne EU Staaten oder die EU als Ganzes zu entwerfen.

Zusätzlich zur Bewerbung durch OPEN EU, wird auch die Mitarbeit von Global Footprint Network die Grundlage für die Implementierung der Global Footprint Network Science und Technology Roadmap schaffen. Es wird uns zum Beispiel erlauben eine effizientere Multi-Laterale Handelsfluss Analyse (MULHA) zur Verfügung zu stellen. Die MULHA, vermag es Produkte und Sektoren miteinander zu vergleichen. Solche Analysen helfen Regierungen ihre Investitionen in mehr Ressourcen effiziente Produkte und Dienstleistungen zu leiten und so grüne Wege zur Befriedigung von Bedürfnissen zu fördern.

Wales

Wales hat den Ecological Footprint als Nachhaltigkeitsindikator übernommen. Der auf Englisch vom WWF veröffentlichte Bericht "One Planet Wales: Transforming Wales for a prosperous future within our fair share of the Earths resources" beschreibt verschiedene Aspekte, wie Wales seine Wirtschaft verändern kann, um den eigenen ökologischen Footprint zu reduzieren.

Schweiz

Die Schweizer Regierung hat die wissenschaftliche Überprüfung der nationalen Berechnungsgrundlagen des ökologischen Footprints abgeschlossen. Der Bericht wurde vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht. Dessen Überprüfung übernahm INFRAS auf Anfrage von vier Regierungsbehörden. INFRAS ist eines der führenden Schweizer Forschungs- und Beratungsunternehmen. Im April 2008 wurde der Footprint in den Nachhaltigkeitsplan des Schweizer Bundesrates aufgenommen.

Japan

Das japanische Umweltministerium überprüft zurzeit die Berechnungsgrundlagen für den eigenen nationalen ökologischen Footprint. Global Footprint Network unterstützt das Ministerium und andere Organisationen dabei in technischen und Weiterbildungsfragen. Das Umweltministerium hat den Ecological Footprint in seinen grundlegenden Umweltschutzplan aufgenommen.

Luxemburg

Luxemburg hat kürzlich einen Footprint Bericht für die Öffentlichkeit und eine technische Untersuchung der Footprint Methodologie, zur Schaffung einer Basis für die regelmässige Publikation durchgeführt. Die Footprint Berichte wurden vom Luxemburgischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung, der die Regierung in der Gesetzgebung mit Bezug zur Umwelt und nachhaltiger Entwicklung berät und zu dessen Einhaltung mahnt, in Auftrag gegeben.

Der Beirat ist überzeugt, dass präzise Abklärungen über die Biokapazität und den ökologischen Footprint ein unerlässlicher Schritt in der Informationspolitik zur nachhaltigen Entwicklung ist. Nur so ist es möglich international eingegangene Verpflichtungen zur Umwelt und der nachhaltigen Entwicklung zu halten. Diese kürzlich vollendete Analyse des Footprints ist die Basis für die zukünftige jährliche Berechnung des Footprints Luxemburgs durch Global Footprint Network in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und Organisationen.

Klicken sie hier für weitere Informationen und den download der Reports.

Die Andengemeinschaft

Die Andengemeinschaft und ihre Mitgliedsstaaten – Ecuador, Kolumbien, Bolivien und Peru – arbeiten mit Global Footprint Network seit dem Frühjahr 2009 an einer Initiative die wichtigsten und reichsten Ressourcen der Region zu erhalten: Die natürliche Ressourcenbasis. Die Initiative möchte den Zusammenhang zwischen dem natürlichen Reichtum und der ökonomischen Gesundheit aufzeigen und letztlich so zum Wohlstand der Bürger beitragen.

Als Teil der Initiative hat die Andengemeinschaft kürzlich ein Video produziert, welches dieses erhabenes Konzept für jedermann verständlich darstellt: „Es ist wie eine Familie, die ihre Ausgaben nach unten korrigieren muss, da ein weiteres Familienmitglied geboren ist.“ erklärt das Video, „ doch trotzdem, im Angesicht der eindeutigen Situation, gibt die Familie immer noch zu viel Geld aus. Nun ist die Andengemeinschaft aber daran diesen Missstand zu korrigieren – vor allem in Ecuador, das sich konkrete ökologische Footprint Reduktionsziele gesetzt hat.

Die Andengemeinschaft hat einen ersten Einblick in den Footprint Bericht der Andengemeinschaft gewährt, der noch 2010 offiziell veröffentlicht wird. Die Vorschau, die eine Einführung ins Konzept des ökologischen Footprint beinhaltet, kann hier auf Englisch und Spanisch herunter geladen werden. Die Langfassung des Berichts wird einen gründlichen Einblick in die ökologischen Trends eines jeden einzelnen Mitgliedsstaates gewähren, zusammen mit fundierten Kommentaren und Perspektiven von Länderexperten.

Länderrevisionen

Folgende Länder haben Länderrevisionen zum ökologischen Footprint bereits durchgeführt:

Erfahren Sie hier mehr darüber.

Lokale, regionale und kommunale Anwendungen

Der ökologische Footprint wird von über 100 Städten auf der Welt als Kommunikations- und Kennzahlensystem verwendet. Im Folgenden finden Sie einige Projekte des Ecological Footprint mit Bezug auf Nachhaltigkeitspolitik und Nachhaltigkeitskampagnen auf lokaler Ebene.

Calgary (Kanada)

Die Stadt Calgary begann zusammen mit Global Footprint Network ein Footprint Projekt. Es soll Umwelteinflüsse für die Stadtplanung der am zweitschnellsten wachsenden Stadt Kanadas sichtbar machen.

2005 nahm die Stadt Calgary an einer Studie über den Footprint teil. Calgarys Footprint übersteigt mit 9.86 globalen Hektar pro Einwohner demnach den Landesdurchschnitt um 30 Prozent. Die Studienergebnisse gaben der Stadtverwaltung den Anlass, der Verringerung von Calgarys ökologischen Footprint Vorrang einzuräumen.

Planungs- und Infrastrukturentscheidungen prägen das Leben der Einwohner für viele Jahre. Deshalb nutzt das Footprint Team den Footprint als Hilfe zur Entscheidungsfindung. Mit den Erfahrungen aus dem Footprint-Projekt verhängte die Stadtverwaltung ein einjähriges Moratorium über die weitere Landerschließung. In diesem Jahr wird ein Verfahren entwickelt, das den Footprint und die langfristigen Nachhaltigkeitsziele mit einbezieht. Durch die Initiatve "Ride the Wind" ist Calgary auch die erste Stadt in Nordamerika, die die Energie für den öffentlichen Schienennahverkehr zu 100 Prozent aus emissionsfreier Windenergie bezieht.

Die Stadtverwaltung arbeitet daran, bei den Einwohnern Interesse an Calgarys ökologischem Footprint zu wecken und eine Diskussion darüber anzuregen, was getan werden kann, um diesen zu verringern. In dem Bericht "Reducing the Ecological Footprint: A Calgary Approach" (in englischer Sprache) wird beschrieben, wie einerseits der Footprint der Stadt verringert werden soll. Gleichzeitig soll der Bericht Calgarys Einwohnern Möglichkeiten für Eigeninitiative aufzeigen.

Ontario (Kanada)

Der Ontario Biodiversity Council (OBC), hat in Zusammenarbeit mit Ontarios Ministerium für natürliche Ressourcen, den Ontario Biodiversitäts Bericht 2010 kürzlich veröffentlicht. Der Bericht beinhaltet 29 verschiedene Indikatoren welche am umfassendsten über den natürlichen Reichtum der Provinz und dessen Bedrohungen Auskunft geben.

Mehr als ein Drittel der Indikatoren sind Basisdaten die zum ersten Mal erhoben werden. So kann verlässlich der zukünftige Fortschritt gemessen werden. Einer dieser Indikatoren ist der ökologische Footprint, der den Druck auf die Biodiversität durch die Bedürfnisse der Menschen an das Ökosystem misst.

2005 war Ontarios Footprint 8.4 globale Hektaren pro Person, einer der höchsten der Welt pro Kopf. Doch die Leistungsfähigkeit von Ontarios Ökosystem diese Nachfrage zu decken ist begrenzt. Pro Kopf hat Ontario viel weniger Biokapazität zur Verfügung als Kanada insgesamt, obwohl die Biokapazität den eigenen Footprint pro Kopf abdecken kann.

“Die Biodiverstität wird weiterhin solange unter Druck bleiben wie die Menschheit immer mehr konsumiert und vermehrt produktive Fläche zubetoniert und so diese aus der Produktion nimmt.“ Meredith Stechbart, Global Footprint Network Applikations Manager.

2005 hat Ontario seine Biodiversitäts Strategie veröffentlicht, in welcher eine Reihe von Empfehlungen wie man den natürlichen Reichtum der Provinz erhalten kann. Die Schaffung des OBC war einer dieser Empfehlungen.

“Die Arbeit des OBC zeigt, dass die Regierung ernstzunehmende Schritte gemacht hat, die Biodiversitäts Strategie auch umzusetzen.” sagt Linda Jeffery, Ministerin für natürliche Ressourcen. “Die Erfassung und Dokumentation diese Daten wird es den Ontariern erlauben informierte Entscheide über Naturschutz und Planung zu treffen.“

“Dieser Bericht zeigt wo die Gefahren für Ontarios Biodiversität liegen,“ sagt John Grant, Vorsitzender des OBC. “Nun haben wir ein klares Bild wo wir unsere Anstrengungen fokussieren müssen und wo noch Informationsbedarf besteht. Nicht alle Erkenntnisse aus dem Bericht sind angenehm, doch die dargelegten Informationen sind sehr nützlich um den Naturschutz in Ontario effizienter zu gestalten.“

Laden Sie den Bericht State of Ontario's Biodiversity 2010 (auf Englisch) herunter.

Laden Sie den Bericht State of Ontario's Biodiversity 2010 – Highlights (auf Englisch) herunter.

Laden Sie den Bericht Ontario Ecological Footprint and Biocapacity Report (auf Englisch) herunter.

Curitiba (Brasilienl)

Im Juni 2010 hat Global Footprint Network zusammen mit Federação das Indústrias do Estado do Paraná (FIEP) und Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial (SENAI) einen Report über den ökologischen Footprint der Stadt Curitiba fertig gestellt. Der Bericht zeigt auch die Biokapazität des Bundesstaates Paraná auf, mit Details über den Footprint der Regierung. Die Gründe für dieses Projekt waren zweierlei: Als Ergänzung für das CICI 2010 (conferência internacional de cidades inovadoras), ein Forum der FIEP, das innovative Städte ausstellt, und als Teil der Medienkampagne der FIEP nachdem die Organisation den Globe Sustainable City Award 2010. Der Bericht wurde für die Bürger con Curitiba geschaffen, hat aber auch den Anspruch als Vorbild für andere Gemeinden zu dienen.

Quito (Ecuador)

Global Footprint Network hat mit einer Studie über den Öklogischen Footprint der Stadt begonnen. Eine der grössten Städte in Ecuador. Die Studie soll Analysen zum Ressourcenverbrauch als Ausgangspunkt zur Entwicklung von Gesetzesvorlagen liefern und Ideen geben wie man den Ressourcenverbrauch mindern kann. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit CORPAIRE durchgeführt. CORPAIRE ist eine lokale Agentur die sich auf Luftqualität spezialisiert hat und versucht die Politik in der Stadt zur Verbesserung der Luftqualität und Lösung von anderen Umweltproblemen zu bewegen. Die Resultate der Studie werden noch 2010 hier veröffentlicht.

Cascais (Portugal)

2009 hatte die Portugiesische Stadt Cascais eine Studie ihres ökologischen Footprints fertig gestellt, um ihr ökologisches Profil zu schärfen und es besser zu verstehen. Die Studie wurde von Agenda Cascais 21" in Zusammenarbeit mit demCenter for Sustainability Studies and Strategies durchgeführt. Die Autoren kamen zum Schluss, dass Cascais mit einem Footprint von 5.2 globalen Hektaren 18 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt. Sie identifizierten ebenfalls mehrere Bereiche wie Ernährung, Mobilität und Transport, Wohnen, Produkte und Dienstleistungen, und ihren Beitrag am gesamten Footprint. Während Cascais immer noch einen viel geringeren Footprint als Victoria, Australien; Marin, Californien oder London hat, benötigt es aber immer noch die 79-fache Fläche der Stadt um die 187'000 Bewohner mit den nötigen ökologischen Dienstleistungen zu versorgen.

Klicken Sie hier um mehr über Cascais zu erfahren.

Lesen sie einen Portugiesischen Artikel im El Publico's über das Projekt.

San Francisco (USA)

Global Footprint Network verbrüderte sich mit der San Francisco Planning and Urban Research Association (SPUR) um den ökologischen Footprint von San Francisco und dessen Bürgern zu berechnen. Die Endfassung des Berichts wird im Frühjahr 2011 veröffentlicht und wird den Behörden helfen die Ressourcennachfrage und die CO2-Emmissionen der Bürger zu bestimmen.

EPA Victoria (Australien)

Die Environmental Protection Authority in Victoria, Australien ist eine Partnerorganisation von Global Footprint Network und nutzt den Footprint als Dialoginstrument und zur buchhalterischen Erfassung von Rohstoffströmen. Die Highlights der Anwendung sind im Mini-Report (in Englischer Sprache) beschrieben, der für das Footprint Forum 2006 im italienischen Siena erstellt wurde. Mehr Details finden Sie auf der Internetseite von EPA Victoria.

London (England)

Die Stadt London hat weitreichende Footprintanalysen vorgenommen, um Schlüsselbereiche zur Verminderung des Footprints zu identifizieren. Der ökologische Footprint wurde in folgenden Bereichen bestimmt: Güter, Dienstleistungs- und Abfallmanagement, Nahrungsmittel, direkter Energiekonsum (Transport ausgenommen), individuelle Mobilität, Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung. Die Analyse lieferte einen Orientierungsrahmen für lokale Behörden und Unternehmen für weitere Vorhaben:

Lesen Sie mehr über Londons Footprint (in Englischer Sprache).

Lesen Sie unsere Analyse "City Limits London", über Rohstoffströme und den ökologischen Footprint der Region Greater London (in Englischer Sprache).

Mailand (Italien)

Ambientitalia, einer der italienischen Partner von Global Footprint Network, nahm Italiens gesamten ökologischen Footprint als Grundlage, um den Footprint von Mailands Konsums und Landverbrauch zu berechnen. Die Resultate der Studie zeigen, dass der Footprint der Provinz Mailand mit 4.17 globalen Hektaren pro Kopf leicht über dem nationalen Durchschnitt von 4.15 globalen Hektaren pro Kopf ist.

Lesen Sie den kompletten Bericht hier (auf Italienisch).

Cardiff und andere Projekte im Vereinigten Königreich

Im Jahr 2005 hat die Stadt Cardiff eine umfassende Footprintanalyse durchgeführt. Die Stadtverwaltung nutzt die Ergebnisse für ihre Informationsarbeit in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Viele Städte und Regionen im Vereinigten Königreich haben seither Footprintanalysen in Auftrag gegeben. Die Sustainable Consumption Group des Stockholm Environment Institute in York zeichnete sich dafür verantwortlich. Mehr Informationen über den Footprint und regionale Nachhaltigkeit im Vereinigten Königreich finden Sie hier.

Marin County, Kalifornien (USA)

Die Marin County Community Development Agency (CDA) nutzte den ökologischen Footprint, um Schwerpunkte für Nachhaltigkeitsbestrebungen zu setzen, und verpflichtete sich außerdem zur Reduktion des Footprint des County um 15 Prozent. Gleichzeitig soll der Einsatz des Ecological Footprint den Erfolg des verbesserten "Marin Countywide Plan" messen. Er geht zurück auf die Naturschutz- und Entwicklungsstrategie der Region. Die Footprintanalyse zeigt politischen Entscheidungsträgern, in welchem Ausmass verschiedene Programme tatsächlich den negativen Einfluss von Marin County auf Ökosysteme reduzieren. Der County Plan, der den Footprint nutzt, wurde von der American Planning Association mit einen Preis gekrönt. Der Footprint wird von der Regionalverwaltung und lokalen Nichtregierungsorganisationen als Kommunikationsinstrument genutzt.

Lesen Sie den "Marin Footprint Report" (in Englischer Sprache).

Sonoma, Kalifornien (USA)

Mit Unterstützung der US Environmental Protection Agency (Umweltbundesamt der USA) nutzte die Gruppe Sustainable Sonoma County den Ecological Footprint als Grundlage für ihre Kampagne im Jahr 2002. Als lokale Nichtregierungsorganisation startete sie die Kampagne Time to Lighten Up, um jede Stadt in der Region dazu zu bewegen, der Climate Saver Initiative of the International Council for Local Environmental Initiatives (ICLEI) beizutreten. Diese Klimaschutzinitiative soll helfen, den CO2-Ausstoß der teilnehmenden Gemeinden um 20% zu senken.

Lesen Sie den Sonoma Report (in englischer Sprache).

Der Bundesstaat Utah (USA)

Durch den Versuch das Bevölkerungswachstum sowie den wachsenden Ecological Footprint in die öffentliche Wahrnehmung und die politische Diskussion zu bringen, übernahm die Utah Population and Environment Coalition (UPEC) die Führungsrolle für die Berechnung des ersten ökologischen Footprint eines amerikanischen Bundesstaates. Unterstützt von Global Footprint Network erstellte UPEC die Footprintstudie als ein Beitrag ihres ”Utah Vital Signs”-Projekts über Nachhaltigkeitsindikatoren. Der Abschlussbericht ”Utah Vital Signs 2007: The Ecological Footprint of Utah” ist ein Weg, den Bewohnern des Bundesstaates ihren Verbrauch an biologisch produktiven Land- und Wasserflächen aufzuzeigen und den Ressourcenkonsum in einen Zusammenhang mit den weltweit verfügbaren Flächen zu stellen. Der Bericht hat eine öffentliche Auseinandersetzung über den Overshoot – das Ökodefizit – ausgelöst. Die Diskussionen zielen darauf ab, wie die Bürger, der Gesetzgeber und Planer bessere Entscheidungen für ihre Zukunft und die Zukunft des Bundesstaates treffen können. Dieses Vorreiterprojekt der UPEC hat in der Zwischenzeit großes Interesse für ähnliche Projekte in anderen Bundesstaaten hervorgerufen.

Lesen Sie den Bericht der UPEC.
Besuchen Sie die Internetseite von Vital Signs.

Business Applications

WBCSD (Genf, Schweiz)

Der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), ist eine Organisation, die viele sehr einflussreiche Unternehmen vertritt startete die Vision 2050 um Wege zur One Planet Economy - eine Ökonomie, die mit nur einem Planeten auskommt - in den nächsten vier Jahrzehnten aufzuzeigen. Global Footprint Network nahm an dem jährigen Prozess Teil um einen Rahmen für die Diskussion über Ressourcenknappheit zu geben und zu prüfen ob die vorgeschlagenen Wege und Szenarien robust genug für das Erreichen einer One Planet Economy bis 2050 sind.

In Zusammenarbeit mit Firmen wie Boeing, Syngenta und Weyerhäuser (die Daten über Energie, Effizienz des Agrarlandes und die Produktivität des Waldes liefern) entwickelte Global Footprint Network einen Rechner der testen kann ob die Lösungen und Innovationen, vorgeschlagen von einer Gruppe von 35 teilnehmenden Unternehmen, den nötigen Grad an Veränderung herbeiführen können.

Der Konsens war, das die Wege zur nachhaltigen Welt fundamentale Veränderungen in der Regierungsstruktur, ökonomischen Rahmenbedingungen, Business und menschlichem Verhalten nötig sind. Die Unternehmen fanden nicht nur heraus, dass diese Veränderungen nötig sind, sondern auch machbar sind und profitable Chancen in neuen Geschäftsfeldern in der Zukunkft denen bieten, die sich bereits heute der nachhaltigen Entwicklung verschrieben haben. Diese Unternehmen können neue grüne Produkte entwickeln, welche die Menschheit in der Zukunft brauchen wird.

Die GPT Group (Australien)

Die GPT Gruppe ist eine multinational agierende Immobilienfirma mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Dollar. Die Gruppe besitzt und betreibt Einkaufszentren in ganz Australien. GPT suchte nach einer standardisierten Methode, mit deren Hilfe das Ziel einer 20% Reduktion des Umwelteinflusses der Liegenschaften bis 2009 erfasst werden kann. Genauer gesagt wollte das Unternehmen die Einflüsse verschiedener Gebäude- und Innenraumgestaltungsentwürfe bei Restrukturierungsmaßnahmen auf Basis ihrer Umwelteinflüsse miteinander vergleichen können.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelte Global Footprint Network zusammen mit dem Unternehmen eine Software, die zukünftigen Mietern von GPTs Liegenschaften zur Berechnung ihres Footprints zur Verfügung steht. Detaillierte Daten über Rohmaterialen für verschiedene Einzelhandelskategorien (Modegeschäfte, Restaurants/Lebensmitteleinzelhändler, etc.) versetzen Global Footprint Network in die Lage, einfache Fragebögen bezüglich des Footprint unterschiedlich gestalteter Ladenflächen zu entwerfen. Ziel ist es, die Mieter von einer Innenraumgestaltung mit geringem Footprint zu überzeugen.

Diese für GPT entwickelte Berechnungsgrundlage liefert eine praktikable Vergleichsbasis verschiedener Umwelteinflüsse. Die Ladeneinrichtung wird detailliert auf Materialverbrauch und Abfallgenerierung hin untersucht. Dabei werden Kostenersparnis- und Umweltschutzpotenziale identifiziert. Zugleich liefert die Software Ergebnisse hinsichtlich des Fortschritts des Unternehmens für seine Nachhaltigkeitsziele im Sinne eines reduzierten Footprints.

Lesen Sie über den Start des Liegenschaftenrechners (in Englischer Sprache).

Pictet (Genf, Schweiz)

Die Schweizer Privatbank Pictet Asset Management hat einen neuen Typ Länder Anleihen Anlagefond entwickelt: Einen der Länder aufgrund ihrer Fähigkeit beurteilt eine hohe Lebensqualität zu einem tiefen ökologischen Preis zu ermöglichen.

Während typische Anleihenprodukte Länder mit dem höchsten Einkommensniveaus (und oft auch höchstem Footprint) favorisieren, wird bei diesem Ansatz das Geld in die nachhaltigsten Länder investiert.

Integriert man das Verhältnis zwischen dem ökologischen Footprint und dem UN Human Development Index (HDI), einem Indikator für menschliche Entwicklung, in den Investmententscheid, werden die Landesanleihen aufgrund des generierten Lebensstandards pro verbrauchte Einheit Natur beurteilt.

In den letzten Jahren hat das Interesse am nachhaltigen Investieren massiv zugenommen. Investoren denken nicht nur noch an die Rendite sondern auch an was für eine Welt sie mit ihren Investitionsentscheiden zukünftigen Generationen hinterlassen werden, sagt Pictet Nachhaltigkeitsexperte Christoph Butz. Obwohl das Interesse zugenommen hat sind noch nicht viele Anleihen und Fixed