Der Footprint im Überblick

Die Menschheit braucht die Natur und ihre Ressourcen. Aber wie wissen wir, wie viel Natur wir nutzen und wie viel wir haben? Dieser Frage geht der Ecological Footprint nach.

Der Footprint ist eine ökologische Buchhaltung, die die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen mit der Kapazität der Erde vergleicht. Sie misst die Land- und Wasserfläche, die zur Erneuerung von Ressourcen unter Berücksichtigung gegenwärtiger Technologien benötigt wird, um den gegenwärtigen Konsum einer bestimmten Bevölkerung zu befriedigen. Die Aufnahme von Abfällen wird ebenfalls in diese Flächenberechnung einbezogen. Dadurch ist der Footprint die umfassendste Messgrösse für Nachhaltigkeit, die heute zur Verfügung steht. Aus diesem Grund, und weil die Resultate einfach kommuniziert werden können, ist der Footprint ist er einer der weitverbreitetsten Indikatoren zur Nachhaltigkeit.

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Die aktuelle Situation: Seit über 20 Jahren – und zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte – befinden wir uns in weltweitem ökologischen Overshoot. Das bedeutet, dass die Menschheit in einem Jahr mehr natürliche Ressourcen verbraucht, als die Erde in diesem Zeitraum regenerieren kann.

Heute brauchte die Erde über ein Jahr und sechs Monate um den Verbrauch der Menschheit eines Jahres zu decken.

Overshoot ist für eine gewisse Zeit möglich: Wir können vorübergehend unsere Ökosysteme überanspruchen. Wir können Ressourcen schneller ernten, als sie sich regenerieren, und Abfallsenken schneller füllen, als sie sich abbauen. Doch das liquidiert die ökologischen Ressourcen unseres Planeten. Es zerrt an der Substanz. Dies ist eine gewaltig unterschätzte und zu wenig beachtete Bedrohung unserer Lebensgrundlage.

Mit Hilfe der Berechnung des Ecological Footprint einer bestimmten Bevölkerung (sei es eine Einzelperson, eine Stadt, ein Unternehmen, ein Land oder die gesamte Menschheit) sind wir in der Lage unseren Verbrauch mit den existierenden Naturkapazitäten zu vergleichen. Das hilft uns auch den globalen Overshoot zu messen, oder für Länder und Regionen deren ökologisches Defizit zu berechnen. Dies wiederum hilft allen, ihr ökologisches Kapital überlegt einzusetzen. Ecological Footprint Analysen helfen Menschen persönliche und kollektive Entscheidungen zu treffen, die ein Leben innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten ermöglichen.

Die ursprüngliche Methode des Ecological Footprint wurde ab 1990 von Mathis Wackernagel und William Rees an der University of British Columbia entwickelt. Seither hat sie sich weiterentwickelt, und mittlerweile gibt es auch methodologische Standards. Heute ist der Ansatz bei Wissenschaftlern, Unternehmen, Regierungsstellen, Behörden und Einzelpersonen, die sich mit der Nutzung natürlicher Ressourcen und nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen, weit verbreitet.